KONTEXT

Der Kontext eines Themas, eines Gegenstands oder eines Seinszustands beschreibt den Hintergrund, vor dem sich eine Sache oder ein Sachverhalt zeigt, beziehungsweise den Zusammenhang in den dieses eingebunden ist. Etymologisch betrachtet handelt es sich um ein Derivat des lateinischen contextere, zusammenweben und verweben: die einzelnen Elemente eines Kontexts stehen zu diesem insofern in Relation, als dass sie ihn aus der Summe ihrer Selbst und ihres Zusammenwirkens bilden. Wiederum sind sie in ihrer Formation als Kontext weit mehr als die Summe aller Teile, da diese sich auch in der Resonanz und Wechselwirkung mit einander erweitern, ergänzen, umdeuten, bedingen und so die Einheit Kontext bilden, in der ihre jeweilige Autonomie teilweise oder weitgehend zu Gunsten des übergeordneten Ganzen und dessen Erscheinung zurücktritt.

 

Das Verweben aller Einzelnen zu einem Gefüge, in das hinein etwas eingebunden ist, führt dazu, dass sowohl die einzelnen Aspekte des Kontexts selbst, sowie die darin eingebetteten oder einzubettenden Einzelteile miteinander in einem wechselwirksamen Verhältnis stehen: Somit sind die Bestandteile eines Kontexts dadurch verknüpft, dass sie diesen erst miteinander bilden, während das Einzelne – welches man vor dem Hintergrund dieses Kontexts hinsichtlich seiner Eigenart gegenüber den Gemeinsamkeiten des Kontexts untersucht – sich dadurch auszeichnet, gleichzeitig ein Teil des Kontexts und ein Anderes zu sein. Anhand der Architektur wird deutlich, dass auch das Einzelne in sich wiederum kontextualisieren kann, also eine Architektur zwar mit ihrem Kontext verwoben und darin eingebunden, jedoch als Bauwerk selbst eigenständig ist: So bildet das Bauwerk den Kontext der es bildenden Elemente, die Bauteile sind eingebunden in die Architektur, verflechten sich zu deren Konstruktion usw. Über diese materielle Kontextualisierung hinaus, bildet die Architektur weiterhin den Kontext für die Prozesse, Dinge oder Menschen, die sie beherbergt und birgt als Gefäß den Kontext des Handelns, Agierens und Seins im innenräumlichen Kontext.

CONTEXT

The context of a topic, an object or a state of being describes the background against which a thing or an issue appears or the context in which it is embedded. Etymologically, it is a derivative of the Latin contextere, weave and interweave: the individual elements of a context are related to it in that they form it from the sum of their selves and their interaction. Again, in their formation as context, they are far more than the sum of all the parts, since they also expand, complement, reinterpret, condition each other in their resonance and interaction with each other, thus forming the unit context, in which their respective autonomy partially or largely recedes in favor of the superordinate whole and its appearance.

The interweaving of all individuals to form a structure in which something is incorporated leads to an interrelated interaction between the individual aspects of the context itself and the individual parts that are embedded or to be integrated into it: Thus, the components of a context are connected by the fact that they first form the context with each other, while the individual - which is examined against the background of this context with regard to its peculiarity in relation to the common features of the context - is characterized by being simultaneously a part of the context and another. On the basis of architecture, it becomes clear that the individual can also contextualize in turn, i.e. architecture is interwoven with its context and integrated into it, but as a building itself is independent: thus the building forms the context of the elements that make it up, the components are integrated into the architecture, intertwine to form its construction, etc. Beyond this material contextualisation, architecture continues to form the context for the processes, things or people it accommodates and, as a vessel, contains the context of being and acting in the inner spatial context.


Work by Hayato Mizutani | © impulsraeume
Work by Hayato Mizutani | © impulsraeume

 

 

SALON 3

 

KONTEXT

CONTEXT

 

12.12.2019 | 19:30 Uhr

 

Galerie SMUDAJESCHECK

 

 

 mit | with

 

 

 Barbara Galli & Katharina Voigt

 

 Hayato Mizutani

 

 Hannah Knoop